Kategorie: Inspiration

start making books

Im März war ich auf der Buchmesse in Leipzig und saß mit einem Kaffee und schwirrendem Kopf in Halle 3 nahe der Ausstellung der Stiftung Buchkunst. Das ist ein Wettbewerb sehr hübscher, besonders gefertigter und toll gestalteter Bücher egal welchen Themas. Das schönste Buch wird durch eine Jury prämiert. Aber darum geht es hier gar nicht.

Ich habe dort mal wieder gemerkt welche Anziehungskraft ein gut gestaltetes Buch auf mich und auf viele andere Menschen und speziell Grafikdesigner hat. Das fängt beim Kochbuch an und hört auch beim Kinderbuch nicht auf.

Ich saß also in dieser Halle für Buchkunst und Druckgrafik und frage mich: „Wieso habe ich eigentlich noch nie ein Buch gedruckt?“ Ich bin irgendwie nur bis zu den Grußkarten gekommen.

Mit meinen drei verschiedenen Druckpressen, dem Bleisatz, etwas Farbe und Papier habe ich prinzipiell doch eine gute Ausgangsposition um meine eigenen Bücher zu produzieren. Klar ist es total aufwendig ein Buch im Buchdruck zu realisieren.
Wie lange soll das wohl dauern und was würde das dann kosten? Eigentlich eine Schnapsidee. Aber wenn man den Gedanken mal weiter spinnt kommt man vielleicht auf die ein oder andere Idee, die sich umsetzen lässt:

Ich meine Bücher mit wenig Text und viel Weißraum. Bücher mit verschiedenen Papieren. Bücher die man gern anschaut, aufhebt und weiter schenkt. Und solche, in die man etwas hineinschreibt.

Bei dem Gedanken bin ich nun hängen geblieben. Also fange ich mal mit den Leer-Büchern an, also solche in die man etwas hineinschreibt. Dafür brauche ich nur das Layout für eine Doppelseite, die ich dann mehrfach drucke.
Das bedeutet meine Handsatz Arbeit hält sich in Grenzen. Solche Bücher könnten zum Beispiel Reise-Tagebücher sein, Rezeptbücher, Baby-Tagebücher und jede Art von Kalender oder Planer wo man das Datum selbst einträgt.

In solchen Leer-Büchern kann ich Linien und Rahmen zum Gestalten verwenden, was ich sehr gern mache. Ich kann mittendrin die Papierfarbe ändern um das Buch optisch in Kapitel einzuteilen. Oder die Druckfarbe von hell nach dunkel gehen lassen um Spannung ins Buch zu bringen. Dafür muß ich nicht einmal die gesetzte Form anfassen oder verändern.

Mit den Linien oder Rahmen lassen sich auch Raster oder Muster für die Notizbuch Seiten drucken. Solche Muster können auch aus Punkten bestehen, aus Satzzeichen, aus verschiedenen Buchstaben wie O’s oder X’s und so weiter. Ich muss jetzt mein Notizbuch herausholen und dort meine Ideen weiter spinnen. Mal schauen, wie schnell aus einem selbst gedruckten Buch etwas wird.

Vielleicht lege ich mir selbst die Latte etwas niedriger und nenne es nicht Buch sondern Heft. Und damit aus einem Projekt auch etwas wird braucht es ja eine Deadline… mmh. Weihnachtseit. Kalenderzeit… ding-ding-ding.

*Titelbild: How to make books by Esther K. Smith

ps: diesen Blogpost habe ich irgendwann im Juni geschrieben. Bisher hatte ich noch keine Zeit an dem Buch-Druck-Projekt weiterzuarbeiten, aber jetzt nach der Sommerpause geht’s los. Einige spannende Bücher über das Bücher machen habe ich auch noch gefunden, die ich demnächst mal vorstelle. 

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and here is the first episode of Make Prints Podcast

Es geht los!
Make Prints ist eine Interviewserie mit Kreativen, die gern drucken. Alle zukünftigen Episoden werde ich auf meiner Website vorstellen und verlinken.
Ihr könnt den Podcast auch über iTunes oder Soundcloud hören. Viel Spaß!

In Episode 1 spreche ich mit Laura und Lucas von Studio Lula. Sie stellen die ungewöhnliche Drucktecknik Kitchen Litho vor, die man easy zu Haus mit Cola und Aluminiumfolie machen kann. Darüber haben sie ein Buch geschrieben, das im Hermann Schmidt Verlag erschienen ist: „In unsrer Küche wird gedruckt!“

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Hooray the first episode of my podcast is out now. This one is in german, but I’ll have international guests as well. I’ll let you know.

Listen to the episode on ITunes. On Soundcloud.

book review: in unsrer Küche wird gedruckt



Vor einiger Zeit bin ich über das Buch „In unsrer Küche wird gedruckt“ gestolpert. Es war der Titel der mich neugierig machte. Wer druckt da was in seiner Küche und wie? Ich las ein paar Rezensionen online und staunte über diese Technik, die Laura Hantke und Lucas Grassmann in ihrem Buch vorstellen. Kitchen Litho, entwickelt von Émilie Aizier. Nie gehört. Ihr? Also: Buch bestellt.




Man braucht grundstätzlich nur Alufolie, Cola, einen fetthaltigen Stift und ölhaltige Druckfarbe um mit dem Drucken zu beginnen. Da auch noch Wasser involviert ist, bietet es sich an, das alles in seiner Küche zu machen. Man kann aber auch auf dem Balkon oder im Park drucken, wenn man sich die Cola, das Wasser, die Alufolie usw. mitnimmt (und vielleicht nebenbei noch den Grill anschmeißt?)

Jedenfalls hab ich es ausprobiert. Meine kleine Tochter ließ es sich nicht nehmen und hat mitgemacht, also nahmen wir wieder ihr Lieblingsmotiv: einen Regenbogen.


Die Alufolie wird möglichst faltenfrei auf eine Glasplatte gelegt, umgeschlagen und festgeklebt. Nun beginnt man mit z.B. Wachsmalkreide, Seife oder einer Ölkreide zu zeichnen. Man kann auch mit dem Pinsel die Seife auf der Alufolie vermalen.

Ist die Zeichnung fertig lässt man für circa 4 Sekunden ein Glas Cola über die gesamte Fläche laufen und äzt so die Alufolie an den fettfreien Stellen an. Wenn man es richtig macht bilden sich dabei kleine Bläschen an der Zeichnung. Ich habe das die ersten drei Mal falsch gemacht, da ich die glänzende Seite der Alufolie nahm. Man muß aber die matte Seite nehmen. Steht auch im Buch – wer lesen kann…

Nach dem Ätzen entfernt man die Zeichnung vorsichtig mit Pflanzenöl und sieht ein ganz leichtes Geisterbild auf der Alufolie. Hurra. Man sprüht nun einen leichten Wasserfilm auf und walzt die Zeichnung mit der Ölfarbe ein. Wasser und Öl stoßen sich ab und das Öl haftet nur an den nicht geätzen Stellen, da diese kein Wasser annehmen. Das ist das Prinzip der Lithographie.

Und es funktioniert. Nach einigen Fehlversuchen hab ich nun die Technik raus und finde sie wie erwartet: richtig toll.

Das Buch, das Laura und Lucas über Kitchen Litho geschrieben haben ist nicht nur sehr schön gestaltet. Es werden viele unterschiedliche Anregungen gegeben auf was man drucken kann – Papier ist ja nur eine Möglichkeit: auch Luftballons, Stoff oder Holz kann man bedrucken. Für größere Formate kann man in die Badewanne gehen oder die Fensterscheibe benutzen.




Die einzelnen Schritte sind ausführlich erklärt und für eventuell auftretende Probleme gibt es Lösungsvorschläge: Zum Beispiel sieht man Fingerabdrücke auch im Druck wegen dem Fett auf unserer Haut. Also besser Handschuhe anziehen. Und was tue ich wenn die Alufolie reißt? Weitermachen. 😉



Ich finde das Buch so gelungen, dass ich Lucas und Laura um ein Interview gebeten habe. Dieses könnt ihr bald hören. Hören? Ja! Ich starte eine Interviewserie mit Namen: Make Prints! Wann es losgeht erfahrt ihr hier.



Laura Sofie Hantke | Lucas Grassmann

In unsrer Küche wird gedruckt

erschienen im Hermann Schmidt Verlag, Mainz, 2016

Euro 19,80

ISBN 978-3-87439-885-5




This lovely book is about making prints with household items like aluminum foil, cola, water and oil crayons. This technique is called Kitchen Litho. Did you ever tried this? I highly recommend it.

There are a few videos on youtube but if you can read german please check out the book from Laura and Lucas to get the detailed instructions and wonderful ideas on what to print.

„In unsrer Küche wird gedruckt“ is published by Hermann Schmidt

book review: Handbuch Handlettering

Ich mag Schrift. Im meinem ersten Semester an der FH mußten wir mit der Feder die römische Capitals üben, aber am Ende jeder Übung gab es eine Freestyle Aufgabe. Frei Schnauze drauflos schreiben, aus dem Handgelenk die Feder herumwirbeln und doch halbwegs lesbar den Vers aufs Papier bringen. Sehr toll. Damals gab es den Begriff Lettering noch nicht. Und auch niemand ist auf die Idee gekommen sein Geschreibsel dann zu digitalisieren. Schade eigentlich, das wäre ein toller Kurs gewesen. Ich hoffe das heutzutage ein Exkurs ins Lettering Bestandteil der typografischen Ausbildung an den Hochschulen ist.

Für alle die wie ich da Nachholbedarf haben: Handbuch Handlettering ist das neue Buch von Chris Campe und gerade im Haupt Verlag erschienen. Es ist wahnsinnig umfangreich und beschäftigt sich ausführlich mit allem, was zum Lettering dazugehört:
Grundlagen der Typographie und Komposition, Brushlettering und die entsprechenden Werkzeuge, illustrative Schrift und die Zickzack-Zeichentechnik, Digitalisieren und die geliebten Bézierkurven und ganz ganz viele Übungen um ins Lettering reinzukommen und am Ball zu bleiben.

Etwas, das mir sofort ins Auge gesprungen ist und was ich definitiv gleich morgen ausprobiere ist der 21 Tage Übungsplan. Frei nach dem Motto: it takes 21 days to build a habit bekommt man 21 Übungen an die Hand um für die kommenden 3 Wochen lang das Schreiben zu üben.
Alles braucht seine Zeit und man muß üben, üben, üben um die Buchstabenformen flüssig schreiben zu können. Durch die Wiederholung speichert man Bewegungsabläufe und wird sicherer. Bei den Übungen geht es aber nicht um die stumpfe Wiederholung sondern auch um das Ausprobieren von Schreibweisen, die einem vielleicht nicht so leicht fallen. Also ich bin gespannt. Morgen ist Tag 1: Schreiben Sie sehr aufrecht.

Ich denke das Buch ist perfekt für alle Schrift Begeisterten egal welcher Vorbildung, die Spaß an Buchstaben haben und sich ernsthaft auf Lettering einlassen wollen.
Diejenigen, die Lettering beruflich in ihre Arbeit einbringen wollen, bekommen ein fundiertes Wissen an die Hand um spannende Kompositionen mit illustrativer Schrift oder dem Brushpen zu entwickeln. Viele Abbildungen zeigen wie man einen Entwurf selbst kritisieren und verbessern kann, wo häufige Fehler liegen und wie man sie lösen kann.

Wer gerne eine persönliche Anleitung ins Lettering erhalten möchte, der kann sich auf der Webseite von Chris ihre nächsten Workshoptermine ansehen. (Alle Typo-Konferenz Teilnehmer: aufgepasst!)

Ich bin sehr happy darüber, dieses Buch als Rezensionsexemplar vom Haupt Verlag bekommen zu haben. Ich verleihe es auch gern an Letterer-in-spe, wenn ich mit meinem 21-Tage Übungsplan durch bin. 😉

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Hello my international readers. If you’re looking for a hands-on book about lettering, this is it! It’s only available in german at the moment but the author Chris Campe teaches Workshops that you can join if you want to step into Lettering!

inspire me: Marthe Armitage

Neulich fiel mir eine ältere Ausgabe des Uppercase Magazins in die Hand und ich blieb bei dem Artikel über diese unglaublich inspirierende englische Dame hängen. Marthe Armitage schneidet ihre Motive in Linol und druckt sie als Rapport zu einer Tapete.
Da ich sehr gern und sehr genau zuschaue wenn andere Leute drucken (anscheinend entwickelt man eine Art Druckpressen-Nerdyness mit den Jahren) habe ich gegoogelt und auf Youtube tasächlich ein schönes Portrait über Marthe Armitage gefunden. Ihre Technik ist ein klein bißchen verrückt. An der Stelle, als sie zeigt wie sie die Farbe anmischt, die Druckstöcke aneinander druckt und wie sie einige Bleistiftmarkierungen setzt um den Anschluß zu gewährleisten habe ich mehrmals das Video vor-und zurückgespult.
Schaut selbst, es ist zu schön.

Was machen wir wohl mit über siebzig Jahren?

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I recently flipped through an older issue of the Uppercase Magazine and this article about Marthe Armitage caught my eye. She is an inspiring british lady who makes wallpapers from her linocuts. This is a crazy technique because she has to repeat her prints several times on the wallpaper while rerolling them and obviously doesn’t want to have any gap. 
I get a little nerdy when it comes to the details about printmaking so I searched and found a nice video where you can see her and her daughter printing. I love her british studio, watch yourself!

How to make my workspace kid-friendly






Wandtisch, Bodenkissen, Hocker-Sitzgruppe, Basteltisch, Vintage Schulbank, Kuschelecke, Buecher Schraenkchen, Kinder Stuehle

So wirklich arbeiten kann ich mit der Kleinen im Gepäck eigentlich nicht. Sie interessiert sich sehr für die Dinge die ich mache und und möchte es mir am liebsten gleich tun. Auf dem Laptop tippen, Papier falten, Buchstaben sortieren, mit der Schere etwas schneiden, Klebeband aufkleben… die Liste ist lang.

Wirklich Kinderfreundlich ist mein Atelier auch bisher nicht. Ich brauche dringend einen geeigneten Platz wo sich sich ein bißchen selbst beschäftigen kann. Vielleicht einen Kinderhocker mit Tisch zum Malen, noch einen Teppich gegen die kalten Fliesen und eine kuschelige Matratze zum rumhüpfen und schmökern in ihren Lieblingsbüchern. Eine Tafel wäre auch schön. Meine Inspiration hab ich mal zusammen getragen.

Teilt ihr eure Werkstatt oder Bastelecke mit euren Kindern? Wie ist die gestaltet und lassen sie euch arbeiten?

Mich interessiert das brennend, hinterlasst gern eure Anregungen und Erfahrungen in den Kommentaren. Dankeschön!


Do you share your workspace with your kids? We have to make some changes to get a toddler friendly (craft)room. Here’s my inspiration on Pinterest.

Und so ist der Ist-Zustand:

last minute christmas paper DIY

Bei uns gibt es trotz des ganzen Trubels am 24.12. immer einige Stunden, die komplett ruhig sind. Wenn alle Geschenke eingepackt, die letzten Einkäufe erledigt, die Straßen leer und alle zu Hause sind gibt es eigentlich nur zwei Sachen, die man beim Warten auf Weihnachten machen kann:
alle Weihnachtsfolgen von Disney gucken oder noch Weihnachtsdeko und Baumschmuck basteln. Beides gleichzeitig geht auch.
Hier ist meine (etwas ambitionierte) Bastel-Liste für morgen:
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At the end there’re always some quiet hours before christmas. When everybody is home and everthing’s done we either watch Mickey Mouse Christmas Classics or craft some last minute christmas decorations. Here’s what I’ll (try to) make tomorrow:

Winterwonderland / Christmas Ornaments / Origami Diamant / Origami Snowman
Paper Star / Paper Printables / Easy Paper Ornaments / Paper Christmas Tree / 3d Paper Stars

a gift guide for type lovers #3

Das hier sind meine Lieblingsbücher, -magazine, -workshops und Online Kurse rund um Typo. Die lassen sich bestimmt gut als Gutschein, Abo oder eben als Buch verschenken. Übrigens kann man auch englische Bücher ruckizucki bei seinem Lieblings-Buchhändler bestellen, support your local shops!
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My favourite books, magazines and classes about Typography and Lettering. Here we go:

Typography Sketchbook von Steven Heller /

Uppercase Magazin /

Lettering Workshop mit Martina Flor /

Hübsche humorvolle Letterings: Daily Dishonesty /

Kalligraphie-Kurs auf Skillshare mit Molly Jacques /

Buch Drawing Type /

Skillshare Kurs Vintage Hand Lettering mit Mary Kate McDewitt /

Signpainting-Workshop: Make your own Sign /

a gift guide for type lovers #2

Was hängt über Eurem Schreibtisch und was liegt darauf? Wenn ich mir was wünschen dürfte dann bitte alles das hier:
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Some gift ideas for your workspace. If you’d ask me I’ll take it all. 🙂

The Stendig Calendar 2015 über rikiki /
Klemmkalender 2015 über LUIBAN /

CALENDONE by Pino Tovaglia /

My brain has too many tabs open on etsy /

Schablone „Alphabet“ über LUIBAN /

Poster Work Hard by Anthony Burrill /

Pfeil aus Holz über Dawanda /

Planer Tout les projects über r.s.v.p. /

Tape: Handwriting Strips über Present&Correct /

Quittungsblock von r.s.v.p.