Kategorie: Letterpress

Once upon a time

Gerade stolperte ich über das Flickr Album „printshop“ von Depression Press. Dort wurden alte Anzeigen für Druck- und Setzzubehör eingescannt und archiviert. Besonders das Bild wie man seine Druckerei optimal organisert amüsiert mich köstlich. Ich sollte meine Atelier danach umräumen… haha. Dann kriege ich bloß ein Platzproblem. Schlußfolgerung: ich brauche dringend ein größeres.

(images by depression press)
Naja. Übrigens immer wenn ich mich durch Fotos von anderer Leute Druck-Studios klicke sehe ich diese schönen Heidelberger Pressen. (->film) Das macht mir jedesmal bewußt, das Buchdruck einfach ein urdeutsches Ding ist, das mit der Firma Heidelberger Druckmaschinen in alle Herren Länder exportiert wurde. Entdecke ich auf amerikanischen Blogs deutsche Typenschilder auf diesen Pressen, bin ich zuerst erstaunt und dann verblüfft. So nach dem Motto: ach was, die benutzen die Maschinen noch?
(images by solsken)
Zur Zeit lese ich ein Buch über Gutenberg und wie er die beweglichen Lettern erfunden hat. Das habe ich aus der Bibliothek ausgeliehen, okay, es ist ein Kinderbuch, aber dafür ist es auch nicht langweilig geschrieben. Vielleicht sollte ich hier dann demnächst mein fundierten Fachwissen mitteilen. 😉

——–
I came across this wonderful Flickr Set „printshop“ from „depression press“ about vintage ads and images of supplies for printer shops. And I love love love the drawing of „how to organize a composing room“. Ha ha! Maybe I should think about arranging the furniture in my studio that way. Haha… I need a bigger office!

And when I am browsing trough someones pictures of presses and print supplies I become aware that printing was a really german thing. There are these Heidelberg printing machines I see on pictures from all around the world showing their name Heidelberg Windmill on the front. (->film) They let me think: oh, I can read it. oh, it’s from Heidelberger Druckmaschinen… oh it’s german, oh they still use it?… oh, that’s c o o l.
I just borrowed a book from the local library about Gutenberg and how he came to letterpress. It’s a children’s book so it’s not that boring to read history. Maybe I should share some of my consolidated knowledge here from time to time 😉

Some new type

new mini type 01<new mini type 02

Mein Fundus vergrößert sich. Diese Woche begrüße ich eine neue Schrift im Atelier. Leider ist jeder Buchstabe nur einmal vorhanden und daher wird sie wohl nicht den Status einer Brotschrift erlangen. Was eine Brotschrift ist? Lest hier
——–
My pool of type is getting bigger. This week I say hello to a new little font, which has unfortunately just one of each letter. So this won’t became a „brotschrift“. This is the german word for a type which is used every day to set much text in 8pt-10pt. Sorry, I don’t know the english word for this „bread-type“. Anyone knows?

if I had a shop

(images: shop in London via Creative Review)

Wenn ich einen Letterpress-Shop hätte, dann würde er ganz genau so aussehen. Die Leute würden reinkommen und sich für nen paar Taler ihr eigenes Notizbuch-Cover drucken. Oder eine Grußkarte. Oder einen Liebesbrief. Oder oder oder.
Jeden ersten Donnerstag im Monat gäbe es einen Workshop. Bis zu 5 Leute könnten dann etwas komplizierteres drucken. Es gäbe Tee und Kekse. Manchmal auch Muffins… wenn J. welche backt.
Öffnen tue ich natürlich erst ab 12 Uhr, so wie sich das für einen Berliner Laden gehört.
Vielleicht habe ich auch montags einfach geschlossen. Aber durch das riesige Fenster kann man mir beim Arbeiten zu sehen. Vielleicht klopft auch mal jemand von Euch an die Scheibe?
——–
If I had a shop, it would look like this. The people could come in and print a notebook cover. Or a greeting card. Or a love letter. Or anything else they want. Every first thursday of a month I would give a workshop in the evening. The people could make something more complicated and we’ll have some cakes with tea. Or cupcakes, if J. would make some.
Well, I would open around 12 a.m. Like all the little shops in berlin. Closed on mondays. But through the wide windows everyone can see me printing and maybe some of you will knock on the door and we will have a coffee?

My first polymer (alias nylo)

Gestern holte ich mein erstes Klischee ab. Buchdruck Klischee auf Folienträger, sozusagen ein Klischee für den Flexodruck, kurz Flexoklischee, in Deutschland auch Nyloprint oder Nyloflex genannt, oder auch einfach liebevoll „Nylo“, wie der Betriebsleiter der Firma CL.Jaehde mir erklärte. Zuviele Fremdwörter?

Also kurz gesagt: Ich habe mehrere Vektorgrafiken zu Jaehde geschickt, die haben daraus einen Film erstellt, der wiederum wurde auf eine kunstoffähnliche Platte belichtet. Diese Platte besteht aus lichtempfindlichen Molekülen, die sich verdichten, wenn Licht auf sie trifft. (Photopolymer) Am Ende einer Reihe von Arbeitsschritten halte ich eine dünne Plastikplatte in den Händen, die meine Vektorgrafiken als hochstehende und damit druckende Bereiche abbildet. ->Hochdruck
 
Die einzelnen Teile kann ich dann auseinander schneiden und je nach Gebrauch abdrucken. Und auch prägen, wie ich heute ausprobiert habe. Dazu bald mehr. Die Grußkarten-Produktion ist eröffnet.
Yesterday I got my first polymer plate. In Germany we say Nyloprint or just Nylo. The name comes from a former product by BASF, a german chemical company. That product was made of polymer, but they gave it the name Nyloprint. Although this product don’t exist anymore, everyone says Nylo for polymer, like everyone says Letraset for rub-ons.
So I love this Nylo. I can easily cut my artwork in pieces and arrange it the way I like. And it prints out well, so I get ready for my first greetings card series. Wohooo.

Three letter cases on their way through berlin


angekommen – finally arrived


Im Keller einer Dame in Alt-Mariendorf schlummerten 3 tolle alte Setzkästen. Nun stehen sie in meinem Atelier und warten darauf von ihrem jahrelangen Staub befreit und wieder mit Buchstaben gefüllt zu werden.

——–
There were three vintage letter cases hidden in the dark stack of an old lady in Alt-Mariendorf (in the south of berlin) covered with dust from a couple of years. Now they are waiting in my studio to be cleaned and filled with type again.

Ohne Farbe, bitte.

Im Moment experimentiere ich mit Blindprägungen herum, das sind Tiefprägungen in Papier ohne Farbe. Eigentlich benötigt man dazu ein extra „Klischee“, welches aus zwei Teilen besteht. Ein positives Teil, das die Vertiefung ins Papier drückt und ein negatives Gegenstück, dass hinter dem Papier liegt und genau auf das andere Teil passt.


Ein extra „Klischee“ habe ich natürlich nicht. Aber egal. Wenn ich das Papier vorher wässere und kurz trockne, so dass es handtuchtrocken auf die Bleibuchstaben trifft, entstehen mit ein wenig Druck auch schöne Vertiefungen.
Auf dem ersten Bild ist übrigens der Schließschlüssel zu sehen, der neulich mal in der Post war. Endlich. Und der Spruch „Glück ab & gut Land“ ist das Motto der Ballonfahrer, die Karte war nämlich ein Gutschein über eine Ballonfahrt.

Work in progress: Salut. Ca va?

Jean-Luc: Salut.

Marie: Ca va?
Jean-Luc: Bien. Merci!
Dieser Dialog ist quasi aus meinem Französisch-Buch und das einzige, was ich nach 1,5 Jahren Unterricht in der Oberstufe noch flüssig sprechen kann. Ich könnte sogar noch ein: Et tu? unterbringen. Das muss für den nächsten Urlaub reichen. Comme ci, comme ca.
Jedenfalls werde ich aus diesen Wörtern die erste Grußkarten Serie entwickeln, und da ich noch nicht weiß welche Elemente ich zu dem Wort hinzufügen werde hier ein Blick auf meine Skizzen. So steht es auf dem Schreibtisch und dort bleibt es bis es zu Ende gedacht ist…

Wochenendschicht: Der Farbkreis

Also ich persönlich favorisiere den Farbkreis nach Johannes Itten. Der ist schön übersichtlich und logisch aufgebaut. In der Mitte die Grundfarben C, M, Y und dann die Mischfarben, (wobei in dieser Grafik das Magenta zu Rot ist und das Cyan zu Blau, aber naja). Es ist klar ersichtlich, dass, wenn man Rot und Gelb im richtigen Verhältnis mischt, ein Orange herauskommen könnte und bei Cyan und Magenta eben lila. (Bildquelle Wikipedia)
Mit diesem Prinzip im Hinterkopf machte ich mich heute ans Farben anmischen. Ich nahm fröhlich ne Spachtelspitze Cyan und ne Spachtelspitze Magenta, mischte und panschte und ich erhielt: Straßenköterbraun. – Spitze. – Glücklicherweise hatte ich ja auch nen Kilo Weiß gekauft, also nahm ich ne Spachtelspitze Weiß und rührte. Es tat sich nichts. Ich nahm noch mehr Weiß und noch mehr und es tat sich immer noch nichts. Mittlerweile hatte ich schon einen ganzen Haufen von Straßenköterbraun.
Insgeheim verfluchte ich die Verkäuferin, denn sie hatte mir transparentes Weiß statt Deckweiß empfohlen und ich dachte mir damals schon, was das denn für ein komisches Weiß sei… und nun saß ich da mit meinem braunen Farbmist und wollte eigentlich nen schönes lila, genauergesagt ein „Flieder“.
Nach 2 Stunden hatte ich dann den Dreh raus. Man darf einfach keine Spachtelspitze nehmen. Man darf nur eine Stecknadelkopfgroße Menge Cyan und Magenta, aber eine Suppenkelle voll Weiß nehmen, dann klappts.

„Flieder“ habe trotzdem nicht hingekriegt. Dafür aber ein „Brombeer“, ein „Heidelbeer“, ein „Lavendel“ und ein „Volvic-Blau“. Leider nur Handy-Fotos, daher so unscharf…

work in progress…

Enttäuscht vom leeren Briefkasten griff ich heute zum Schraubenschlüssel und behob mein Problem mit dem Schließzeug selbst. Die Royal Airmail braucht bis zu 10 Tage und so lange kann ich nicht warten, bis mein Schließschlüssel passend zur englischer Presse eintrifft.

So hat es ja nun auch geklappt: Der erste Satz (vielmehr das Wort) steht, wie man sieht. Ich kann noch gar nicht mehr berichten, außer es macht nen heiden Spaß, es dauert lange und man braucht viel Schmierpapier…