Kategorie: Printmaking

Ohne Farbe, bitte.

Im Moment experimentiere ich mit Blindprägungen herum, das sind Tiefprägungen in Papier ohne Farbe. Eigentlich benötigt man dazu ein extra „Klischee“, welches aus zwei Teilen besteht. Ein positives Teil, das die Vertiefung ins Papier drückt und ein negatives Gegenstück, dass hinter dem Papier liegt und genau auf das andere Teil passt.


Ein extra „Klischee“ habe ich natürlich nicht. Aber egal. Wenn ich das Papier vorher wässere und kurz trockne, so dass es handtuchtrocken auf die Bleibuchstaben trifft, entstehen mit ein wenig Druck auch schöne Vertiefungen.
Auf dem ersten Bild ist übrigens der Schließschlüssel zu sehen, der neulich mal in der Post war. Endlich. Und der Spruch „Glück ab & gut Land“ ist das Motto der Ballonfahrer, die Karte war nämlich ein Gutschein über eine Ballonfahrt.

Wochenendschicht: Der Farbkreis

Also ich persönlich favorisiere den Farbkreis nach Johannes Itten. Der ist schön übersichtlich und logisch aufgebaut. In der Mitte die Grundfarben C, M, Y und dann die Mischfarben, (wobei in dieser Grafik das Magenta zu Rot ist und das Cyan zu Blau, aber naja). Es ist klar ersichtlich, dass, wenn man Rot und Gelb im richtigen Verhältnis mischt, ein Orange herauskommen könnte und bei Cyan und Magenta eben lila. (Bildquelle Wikipedia)
Mit diesem Prinzip im Hinterkopf machte ich mich heute ans Farben anmischen. Ich nahm fröhlich ne Spachtelspitze Cyan und ne Spachtelspitze Magenta, mischte und panschte und ich erhielt: Straßenköterbraun. – Spitze. – Glücklicherweise hatte ich ja auch nen Kilo Weiß gekauft, also nahm ich ne Spachtelspitze Weiß und rührte. Es tat sich nichts. Ich nahm noch mehr Weiß und noch mehr und es tat sich immer noch nichts. Mittlerweile hatte ich schon einen ganzen Haufen von Straßenköterbraun.
Insgeheim verfluchte ich die Verkäuferin, denn sie hatte mir transparentes Weiß statt Deckweiß empfohlen und ich dachte mir damals schon, was das denn für ein komisches Weiß sei… und nun saß ich da mit meinem braunen Farbmist und wollte eigentlich nen schönes lila, genauergesagt ein „Flieder“.
Nach 2 Stunden hatte ich dann den Dreh raus. Man darf einfach keine Spachtelspitze nehmen. Man darf nur eine Stecknadelkopfgroße Menge Cyan und Magenta, aber eine Suppenkelle voll Weiß nehmen, dann klappts.

„Flieder“ habe trotzdem nicht hingekriegt. Dafür aber ein „Brombeer“, ein „Heidelbeer“, ein „Lavendel“ und ein „Volvic-Blau“. Leider nur Handy-Fotos, daher so unscharf…

Päckchen, parcel post!


Briefe zu kriegen ist toll, außer Rechnungen natürlich, aber Päckchen zu bekommen noch besser. Besonders wenn sie aus Japan sind und voll mit neuen Gocco Supplies. Yeah! Heute kamen neue Lampen und Screens und außerdem magischer Schaumstoff, damit ich nun mehrfarbig in einem Druckvorgang drucken kann. Hooray!

Nach dem Auspacken traue ich mich nie, den Umschlag wegzuschmeißen, da dort soviel tolle fremde Zeichen drauf sind. (Lernt jemand gerade japanisch und hat Interesse? Areku?)

inspired by: Paper Medium

Erschreckend las ich vorhin auf meinem eigenen Blog, dass ich letzte Woche den Donnerstag als Blog-Tag auserkoren hatte. Sollte heißen; ich stelle euch meine Lieblingsblogs vor. Das Problem ist: Erstens kennen viele Leute (welche die gleichen Interessen verfolgen) meine Lieblingsblogs ja schon und zweitens ist irgendwann auch meine Liste an Blogs erschöpft.
Daher möchte ich einfach zum Grundgedanken der Idee zurückrudern: Inspiration. Denn warum surfen wir im Web und verfolgen anderer Leute Flickr, Blog und Shop? (Naja, ein gewisser Voyeurismus läßt sich nicht abstreiten. Man muß auch aufpassen, manchmal klauen Fremde eigene Themen…).
inspired by heißt die Serie, in der ich jeden Donnerstag meine Inspirationsquellen zeige (mh, vielleicht nicht alle), heute also geht es um: Paper Medium, geklickt über design*sponge, eines meiner anderen Lieblingsblogs.
(you are unreal)
Paper Medium ist ein kleines feines Designstudio von Sung Yoo und Tommie Pegues auf der anderen Seite des Teiches. Sung und Tommie drucken kleine feine Dinge, wobei eigentlich sind Sachen, die ein „oh, ist das aber süüüß“ bei jedem hervorrufen überhaupt nicht meine Fall, aber hier ist die Grafik so klein und zurückhaltend und der Text innen ist so perfekt, dass ich hier einfach eine Ausnahme machen mußte.

(I miss you)

(I have a lot to share, come visit)

alle Fotos by papermedium

Über Regletten und Quadrate


(v.l.n.r. Winkelhaken, Typometer, Satz, Satzschiff, Ahle)

Fragt mich lieber nicht mehr welches nun Regletten und welches Quadrate sind. Erst letzte Woche war ich in der Druckerei des Kreuzberg Museums, aber irgendwie habe ich die Bezeichnungen nicht mehr auf dem Schirm. Es gab soviel zu sehen und zu merken, vor allem das Finden der richtigen Buchstaben kostete höchste Aufmerksamkeit. Die Belegung der Fächer im Setzkasten ist halt nicht wie auf der Tastatur 🙂

(fröhliches Suchen im Setzkasten, hier die Memphis 10pt)

(Belegungsschema, Bild von F. Bulla)

Hier extra ein nicht perfektes Ergebnis mit einigen Farbschmierereien. Denn richtig gut zu drucken war noch schwieriger, als setzen.

Man kann übrigens einfach anrufen und einen Termin zum Drucken ausmachen. Total nett und unkompliziert: Museumsdruckerei Kreuzberg

Heimarbeit

Zu Hause läßt es sich nicht arbeiten. Zwischen Küchentisch und Sofa, Wäsche und Spülmaschine ist man immer abgelenkt. Um das zu ändern und alles hier ein wenig professioneller laufen zu lassen bekomme ich Anfang August einen Werkraum. Oder auch Atelier genannt, aber das klingt so nach Kunst. Nun müssen Kisten und Kästen gepackt, Papier gesichtet und Farben sortiert werden.
Aufregend. Ab August könnte mein Schreibtisch dann so aussehen:


(alle Fotos by perfectbound)